Mariann Grunder (1926–2016) – Schweizer Bildhauerin, Malerin, Zeichnerin und Druckgrafikerin
Mariann Grunder (eigentlich Susy Mariann Grunder) wurde am 16. Januar 1926 in Bern geboren und starb am 28. April 2016 ebenda. Nach dem Abschluss des Lehrerinnenpatents 1946 entschied sie sich für eine künstlerische Laufbahn. Zunächst arbeitete sie als Malerin und Zeichnerin, bevor sie von 1954 bis 1957 eine Bildhauerlehre bei Werner Dubi in Gümligen absolvierte. Regelmässige Studienaufenthalte in Paris und zahlreiche Reisen prägten ihre künstlerische Entwicklung.
Grunder zählt zu den bedeutendsten Schweizer Bildhauerinnen des späten 20. Jahrhunderts. Ihr Werk umfasst jedoch weit mehr als Skulpturen: Neben Steinbildhauerei schuf sie Zeichnungen, Druckgrafiken, Mixed-Media-Arbeiten, Polaroids und Collagen. Sie experimentierte mit unterschiedlichsten Materialien und bewegte sich stilistisch zwischen Surrealismus, Abstraktion und Minimal Art. Viele ihrer Arbeiten greifen literarische, mythologische oder poetische Themen auf.
In ihrem vielseitigen Spätwerk arbeitete sie zunehmend mit Materialkombinationen, Reliefwirkungen und der Grenzziehung zwischen Bild und Objekt. Ihr offener und experimenteller Umgang mit Form, Linie und Raum machte sie zu einer wichtigen Referenz für jüngere Schweizer Kunstschaffende. 2008 wurde sie mit dem renommierten Prix Meret Oppenheim ausgezeichnet.